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Niederländisches Königspaar besucht Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (2)

Seine Majestät König Willem-Alexander und Ihre Majestät Königin Máxima reisen am 26. und 27. Mai 2014 zu einem Arbeitsbesuch in die an die Niederlande angrenzenden Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Bei seinem Besuch in Nordrhein-Westfalen wird das Königspaar von Wirtschaftsminister Kamp begleitet.

Zweck des Besuchs ist die Förderung der bilateralen Handelsbeziehungen sowie die Zusammenarbeit in Bereichen wie erneuerbare Energien, Kreativwirtschaft, Innovation, Beschäftigung und Bildung.

Montag, 26. Mai - Niedersachsen

Energietechnologie (Oldenburg)

Der Besuch beginnt am Montagmorgen an der Universität Oldenburg, wo der König und die Königin von Ministerpräsident Weil empfangen werden. Anschließend wohnt das Königspaar einem Seminar über die Speicherung erneuerbarer Energien bei. Darin wird unter anderem auf neue Speichertechniken, auf ihre Anwendung in der Praxis und auf langfristige Entwicklungen eingegangen. Der König wird hier eine Rede halten.
An dem Seminar, das der weiteren Intensivierung der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet dienen soll, nehmen auch deutsche und niederländische Spitzenvertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft teil.
Danach besucht das Königspaar das EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie NEXT ENERGY. Im Rahmen der Präsentation verschiedener Forschungsprojekte bzw. Innovationen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien wird auch das Projekt »Batteriewechselstation für Elektrofahrzeuge« vorgestellt. Hierbei handelt es sich um die erste und einzige Batteriewechselstation in Deutschland, bei der Autos, wenn sie nicht fahren, als Energiespeicher genutzt werden. In Oldenburg wird intensiv an einer Verkürzung der Ladezeit geforscht.

Grenzüberschreitende maritime Zusammenarbeit, Bildung und Beschäftigung (Leer)

In Leer besucht das Königspaar das Maritime Kompetenzzentrum Mariko, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die maritimen Kräfte insbesondere in der Ems-Dollart-Region zu bündeln. Darüber hinaus unterstützt es nationale wie internationale Partner mit Veranstaltungen im Bereich Aus- und Weiterbildung sowie Forschung. Nähere Erläuterungen hierzu erhält der König im Schiffsführungssimulator in Anwesenheit von Studenten des Fachbereichs Seefahrt der Hochschule Emden/Leer.

Im Mariko findet im Rahmen eines Mittagessens auch ein Gespräch mit deutschen und niederländischen Entscheidungsträgern zum Thema grenzüberschreitende Kooperation bei der Aus- und Weiterbildung statt. Vorab werden themenbezogene Präsentationen gegeben, unter anderem über die gemeinsamen Bemühungen der Region Leer und der Gemeinde Oldambt in der Provinz Groningen, Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zusammenzuführen.

Förderung des Verzehrs von Obst und Gemüse (Leer)

Königin Máxima besucht einen Stand von »Frische ist Leben«, einer gemeinsamen Kampagne deutscher, niederländischer und flämischer Akteure zur Förderung des Obst- und Gemüseverzehrs in Deutschland. Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt für holländisches Obst und Gemüse, wobei ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Exporte nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geht.

E-Gas: ein neuer Kraftstoff (Werlte)

In Werlte besucht das Königspaar die Power-to-Gas-Anlage von Audi, wo Strom aus erneuerbaren Energiequellen in Methangas verwandelt und anschließend gespeichert wird, bevor es als Kraftstoff für Autos zum Einsatz kommt. Dank dieser innovativen Form der Energiespeicherung kann Strom aus erneuerbaren Energiequellen für eine nachhaltigere Gestaltung der Mobilität genutzt werden. Verschiedene Akteure sondieren gemeinsam mit Audi die Chancen für eine Produktion dieses E-Gases im Norden der Niederlande.

Zum Abschluss des Besuchs in Niedersachsen findet ein Abendessen in Schloss Wilkinghege in Münster statt, an dem neben Ministerpräsident Weil auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Kraft teilnehmen wird.

Dienstag, 27. Mai - Nordrhein-Westfalen

Zentrum für Niederlande-Studien (Münster)

Der Besuch in Nordrhein-Westfalen beginnt mit einer Visite beim Zentrum für Niederlande-Studien der Universität Münster, das im Haus der Niederlande untergebracht ist und in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen begeht. Zu seinen Zielen gehört es, das Wissen über die Niederlande und Flandern in Deutschland zu erhöhen und das gegenseitige Verständnis in den drei Ländern zu vertiefen.
Das Königspaar, Ministerpräsidentin Kraft und der niederländische Wirtschaftsminister Kamp sprechen mit Studenten über Themen wie Europa und die Bürger bzw. das Bild der Niederlande in Deutschland.

Entwicklungen im Logistiksektor (Dortmund)

In Dortmund stattet das Königspaar dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), einer Forschungseinrichtung, die sich mit Logistikprozessen beschäftigt, einen Besuch ab. Dort werden Beispiele für das sogenannte Internet der Dinge vorgeführt, etwa Verpackungen und Behälter, die mit einem Chip ausgestattet werden, der Produkt- und Zielinformationen enthält, und die so den Zielort selbständig finden, ohne dass der Mensch noch eingreifen müsste.
Im Anschluss wohnen der König und die Königin der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) zwischen Dinalog (einem niederländischen öffentlich-privaten Spitzeninstitut für Logistikforschung) und dem EffizienzCluster LogistikRuhr (einer Logistik-Clusterorganisation im Ruhrgebiet, die zum IML gehört) bei. Gegenstand dieser Absichtserklärung sind der Wissensaustausch über städtische Distributionssysteme und die gemeinsame Nutzung von Finanzquellen, darunter das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Horizont 2020.

Kreativwirtschaft (Essen)

In Essen informiert sich das Königspaar über die deutsch-niederländische Zusammenarbeit in der Kreativwirtschaft. Die niederländische Kreativwirtschaft besteht überwiegend aus kleinen Unternehmen, die ihr Exportpotential bei weitem noch nicht ausgeschöpft haben. Deutschland ist für sie ein interessanter Absatzmarkt, weil dort in diesem Bereich eine ganz ähnliche Mentalität herrscht und vergleichbare Ansätze verfolgt werden.
Das Königspaar schaut bei MMID vorbei, einem Produktentwicklungsbüro aus Delft mit Niederlassungen in Essen und Ulm, das bereits erfolgreich mit einigen Unternehmen in Deutschland zusammenarbeitet. Während des Besuchs werden beispielhaft verschiedene Produkte präsentiert, die für den deutschen Markt bestimmt sind, und es findet ein Gespräch mit einem deutschen Auftraggeber statt.
In einer Führung durch Vertreter des Topteams Kreativwirtschaft geht es anschließend um erfolgreiche Beispiele für die deutsch-niederländische Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. Stichworte in diesem Zusammenhang sind Interaktion und Servicedesign, die Zukunft der Mode (eine Kooperation zwischen zwei niederländischen und zwei deutschen Hochschulen), Serious Games und Audiobranding. Zum Abschluss findet ein gemeinsames Mittagessen mit deutschen und niederländischen Vertretern und Unternehmern der Kreativwirtschaft statt. 

Besuch des deutsch-niederländischen Unternehmergipfels (Kleve)

Den Schlusspunkt des Aufenthalts in Nordrhein-Westfalen bildet ein Besuch beim deutsch-niederländischen Unternehmergipfel, auf dem es um die Förderung der grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Zusammenarbeit und des Wissensaustauschs sowie um die bessere Vernetzung kleiner und mittlerer Unternehmen des produzierenden Gewerbes geht. Niederländische Unternehmen sind wichtige Zulieferer für die deutsche Industrie. Deshalb gilt es, weiter in die bestehenden guten Beziehungen sowie in neue Kontakte zu investieren.
Auf dem Programm stehen unter anderem Workshops zu den Themen Industrie 4.0 und Fachkräftesicherung. Unterstützt wird die Veranstaltung von verschiedenen deutschen regionalen Unternehmensverbänden sowie von dem Metallverband Koninklijke Metaalunie, dem Verband der Technologieindustrie FME und dem Verband des produzierenden Gewerbes in den Ostniederlanden VMO.
Der König und die Königin nehmen am Abschluss der Veranstaltung teil und sprechen mit niederländischen und deutschen Unternehmern.